14.06.2015

Mannheim, 12.05.2015

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Liebe Freunde unseres Vereins Nepal-Hilfe direkt!

25. April 2015 – ein verheerendes Erdbeben der Stärke 7,8 erschütterte Nepal.
Das Epizentrum lag 80 km nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu. Die gewaltigen Erdstöße waren auch im Chitwan, zu verspüren, dem Gebiet, in dem die von uns unterstützten Kinder leben und wo sich unsere Projekte befinden. Zum Glück wirkte sich das Erdbeben dort nicht so verheerend aus, als im übrigen Nepal.

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Unendlich dankbar kann ich Ihnen mitteilen, dass keines der von uns betreuten Kinder verletzt wurde und keines der von uns geförderten Projekte Schaden erlitten hat. Das Hypozentrum des schweren Erdbebens lag in nur 18 km Tiefe, deshalb wirkten sich die Erdstöße so furchtbar aus. Die indische Erdplatte ist in dieser Gegend mit der eurasischen in den Kanten verhakt. Löst sich die Spannung, schnellen riesige Gesteinsbrocken schlagartig übereinander und die Erde bebt.

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Die Bilanz dieses schrecklichen Bebens ist erschütternd. Fast 10.000 Menschen starben, in Kathmandu verloren ungefähr 1.000 Menschen das Leben, zehntausende Häuser, besonders in den Bergen, sind zerstört. Viele abgelegene Bergdörfer sind durch die Zerstörungen von der Außenwelt abgeschnitten. Ich kam am 10. Mai aus Nepal zurück und erlebte diese Katastrophe selbst mit. Bitte lassen Sie mich darüber berichten.

Als am 25. April die Erde bebte, hielt ich mich in Pokhara auf. Diese Stadt liegt ungefähr 150 km vom Chitwan, in dem unsere Kinder leben und wo sich unsere Projekte befinden, entfernt. Die Entfernung nach Kathmandu, der Hauptstadt, beträgt ungefähr 190 km. In Pokhara richteten die Erdstöße keine großen Schäden an. Alle Bewohner der Stadt hielten sich im Freien auf, alle hatten Angst, in die Häuser zurückzukehren. Fast alle verbrachten die Nacht auf der Straße. Sofort nach dem Erdbeben setzte ich mich mit Chitwan in Verbindung und erfuhr mit großer Erleichterung, dass alle unsere Kinder unverletzt sind und dass unsere Projekte keinen Schaden erlitten haben.

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Immer wieder kam es i den folgenden Tagen zu Nachbeben. Die Erde gab keine Ruhe. Gleich am Tag nach dem Beben fuhr ich nach Kathmandu. Diese Stadt wurde sehr schwer von dem Beben betroffen. Dort lebt auch mein Sohn Sher mit seiner Familie. Sher begleitete jedoch eine Gruppe in Bhutan. Er war zum Zeitpunkt des Bebens nicht bei seiner Familie in Kathmandu. Aus Angst vor den vielen Nachbeben, die täglich mindestens 2 bis 3 mal zu verspüren waren, verließen wir das Haus und zogen mit einem Trekkingzelt auf einen Platz, den das Militär zur Verfügung gestellt hatte und sicher war. Auf diesem Platz zelteten mindestens 500 Menschen. Alle hatten entweder ihr Haus durch das Erdbeben verloren oder hatten Angst, in die Häuser zurückzukehren. Für die ungefähr 500 Menschen gab es nicht eine Toilette, es gab keine Elektrizität, kein Wasser, fast nichts zu essen, da alle Geschäfte geschlossen waren.

Erdbeben-c1 Die Tage nach dem Erdbeben waren in Kathmandu eine Katastrophe. Viele Häuser waren zerstört, niemand räumte den Abfall weg. Der Müll lag überall herum und ich befürchtete schon, dass eventuell Seuchen ausbrechen.

Wir verbrachten 4 Nächte im Zelt. Nachdem eine Rückkehr ins Haus aus Sicherheitsgründen nicht möglich war, entschlossen wir uns, in den Chitwan, der vom Beben nicht so stark betroffen war, zu fahren. Dort konnte ich mich um die von uns betreuten Kinder kümmern und unsere Projekte beobachten.

Wir sahen, dass die Bewohner der zerstörten Bergdörfer immer noch keine Hilfe erhielten, obwohl Hilfsgüter und Helfer aus der ganzen Welt zur Verfügung standen. Die Regierung reagierte auf diese Katastrophe viel zu langsam und chaotisch. Hilfsgüter sollen verschwunden sein. Die Regierung war unfähig mit der Situation umzugehen. Wir entschlossen und deshalb, selbst etwas für die Bewohner der Bergdörfer zu unternehmen.

Wir kauften Reis, Linsen, Öl und Zelte und stellten einen Hilfstransport mit zwei kleinen Lastwagen zusammen. Damit fuhren wir in die Gegend um Gurka. In den kleinen Dörfern wurde unsere Hilfe mit der größten Freude aufgenommen. Diese Hilfstransporte in die entlegenen Bergdörfer konnten wir noch drei Mal wiederholen. Unsere Hilfe gelangte so direkt an die betroffenen Bewohner. Von großen Hilfsorganisationen war nichts zu beobachten.

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Nach einigen Tagen fuhr ich nach Kathmandu, wo in der Zwischenzeit mein Sohn aus Bhutan zurückgekehrt war. Von dort aus organisierten wir ebenfalls Hilfstransporte in die Bergdörfer rund um Kathmandu. Noch am Tag bevor ich wieder nach Deutschland flog, stellten wir einen kleinen Hilfstransport mit zwei kleinen Lastwagen für das Bergdorf Sikre bei Nuwakot, 35 km von Kathmandu entfernt, zusammen. Der Dorfvorsteher berichtete uns, dass sein Dorf 45 Häuser hatte. 45 wurden zerstört, 8 Männer kamen dabei ums Leben, alles Familienväter.

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Die Bewohner hatten bisher noch keine Hilfe erhalten.

Trotz unserer Hilfslieferungen von Reis, Linsen und Zelten, war die Stimmung im Dorf verständlicherweise sehr gedrückt. Ich entschloss mich deshalb, den Leuten auch auf anderem Weg zu helfen. Ich war sicher, dass Sie alle mit meiner Entscheidung einverstanden sein werden. Ich sagte der Gemeinde zu, mit unserem Verein Nepal-Hilfe direkt aus jeder der acht betroffenen Familien ein Kind die Chance zu bieten, eine Schulausbildung in einer Boarding-School, also einer Schule, in der Wert auf den Englischunterricht gelegt wird, zu besuchen. Eine derartige Schule kann von dem Ort erreicht werden. Die Resonanz auf diese Mitteilung war rührend. Von allen und besonders von den betroffenen Familien kam ein herzlicher Dank. Man erkannte, dass so 8 Kinder des Dorfes später die Chance erhalten, durch einen guten Arbeitsplatz den eigenen Familien und auch dem ganzen Dorf zu helfen.

Viele unserer Freunde versuchten telefonischen Kontakt mit meinem Sohn Sher oder mit mir zu bekommen. Die Telefonnetze waren total zusammengebrochen, das Internet funktionierte nicht. Erst Tage später nach dem Beben war es möglich, manchmal im Internet Nachrichten zu versenden.
Viele von Ihnen zeigten große Anteilnahme am Schicksal und Elend der Menschen in Nepal und halfen durch Überweisungen von Hilfe auf unser Konto „Nepal-Hilfe direkt e.V. Ich möchte mich dafür von ganzem Herzen bedanken. Sie können versichert sein, dass Ihre Hilfe sofort eingesetzt wird und den am stärksten betroffenen Menschen geholfen wird. Wir werden die Hilfe wie bisher weiter durchführen und direkt Hilfe in die kleinen, unzugänglichen Bergdörfer bringen.

Erdbeben-c1 Am 10. Mai flog ich nach Deutschland zurück. Noch während ich Ihnen diese Information schreibe, erhalte ich die schreckliche Nachricht, dass gestern, am 12. Mai, Nepal wieder von einem starken Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert wurde. Wiede gab es viele Tote und wieder weitere Zerstörungen der Häuser.

Heute am Morgen kam dann die erneute Schreckensnachricht. Nach diesem zweiten starken Beben kam es in der Nacht gegen 3 Uhr schon wieder zu einem Beben der Stärke 6,8 und wieder sind Tote zu beklagen. Jetzt – am späten Nachmittag des 13. Mai – rief mich Sher an und teilte mir mit, dass den ganzen Tag über Nachbeben zu spüren waren. Ein Erdstoß folgte dem anderen den ganzen Tag über. Die Menschen sind verzweifelt.

Das Elend in Nepal wird immer schlimmer. Es ist notwendig, dass der Bevölkerung so schnell es geht Hilfe zukommt. Während meines Aufenthalts sah ich keine einzige große Hilfsorganisation, die in die stark betroffenen Bergdörfer Hilfe brachte. Vielleicht hat sich das in der Zwischenzeit geändert, es kommen aber von meinem Sohn immer neue und immer dringlichere Bitten zur weiteren Hilfe.

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Bitte helfen Sie uns weiterhin. Sprechen Sie bitte alle Bekannte und Freunde an, schildern Sie das große Elend der Menschen dort in Nepal. Vielleicht können Sie jemanden zur Mithilfe überzeugen.

Die Spenden, für die eine Spendenbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt ausgestellt werden kann, bitte ich wie bisher auf das Konto der „Nepal-Hilfe direkt e. V.“ vorzunehmen. Bitte fügen Sie den Vermerk an, dass es sich um Hilfe für die Erdbebenopfer handelt. Eine große Erleichterung wäre, wenn die Adresse des Spenders auf der Überweisung zu ersehen wäre. Die Spendenbescheinigung kann Sie so erreichen.

Hier die Daten des Kontos:
Nepal-Hilfe direkt e. V. Mannheim
Sparkasse Rhein Neckar Nord
IBAN: DE62 6705 0505 0033 5513 80
BIC: MANSDE66XXX

Danke allen von ganzem Herzen für die bisherigen Überweisungen. Sie helfen damit den betroffenen Menschen sehr.

Unsere Hilfe in Nepal wird jetzt von meinem Sohn Sher und seinem Bruder Shiri vor Ort direkt weitergeführt. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sehen Sie sich im Internet einmal die Nachrichtensendung um 19.00 Uhr des ZDF vom 02. Mai an. Dort wird kurz über meinen Sohn Sher und unsere Arbeit berichtet. Ich bekam auch eine Mitteilung, dass darüber auch in einer Sendung des 3 SAT vom 08.Mai um 21.30 im Auslandsjournal Extra, der zweite Bericht, berichtet wurde.

Wenn Sie irgendwelche Fragen haben, bitte ich Sie, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Danke Ihnen nochmals ganz herzlich.

Namaste
Heinz Kintzl
-Vorstand-